tourner la page


Tourner la page. Ja. Ich bin weitestgehend draußen aus meinen alten Beziehungen, die destruktiv, selbstzerstörerisch, anstrengend und nicht gut für mich waren. Zeiten, in denen das Wort Positiv so gut wie nicht vorkam, dafür Negativ an der Tagesordnung stand.

Es macht mich traurig, wenn ich eine Freundin davon sprechen höre, wie es beziehungstechnisch bei ihr aussieht. An einigen Stellen dachte ich wieder: Ja, das kennst du auch. Von dem und dem. An anderen Stellen dachte ich: Ja, das kennst du auch. Von zu Hause, von deinem Vater.

Eigentlich verdient es niemand schlecht behandelt zu werden. Davon abgsehen steht es keinem Menschen zu darüber zu urteilen.

Vor allem aber kann ich erkennen, wie sich andere darin winden und quälen und sich aus den verschiedensten Gründen nicht befreien können oder womöglich auch nicht wollen und somit immer weiter leiden. Und das ist der Punkt, an dem mir immer wieder bewusst wird, wie gut ich es heute habe.

Es gibt keine Streitereien um Geld, Haushalt (kommt bei uns natürlich derzeit nicht in Frage, weil wir getrennt wohnen, aber wer weiß, vielleicht irgendwann) und darüber, dass schlecht geputzt ist. Undenkbar auch mit ihm eine Situation zu erleben in der ich am Wochenende total krank werde, eigentlich ein Medikament aus der Apotheke brauche und dafür angeblökt werde, dass heute nichts mit mir anzufangen sei. Genau so, wie nicht auf der Intellektuellenschiene versucht wird mich fertig zu machen. Meine Gefühle unter den Tisch gekehrt werden, ich verletztende Antworten erhalte, wenn ich mal Widerworte gebe (zum Beispiel, dass ich mich erniedrigt fühle). Ebenfalls muss ich mir nicht sagen lassen, dass man mir nicht alles an den Kopf knallen kann, was man gerne tun würde, weil ich ja dann wieder nur rum heule und das sei ja immerhin mal überhaupt nicht tragbar.

Das sind alles Dinge, die Grenzen überschreiten und wahnsinnig verletztend sind. Das wären sie für mich jedenfalls auch. Und genau das, was ich eben aufgezählt habe, hatte ich früher auch so erlebt. Ich weiß um die Mechanismen, die einen auch in einer unglücklichen und schon gescheiterten Beziehung verharren lassen. Aber das macht es nicht besser, denn am Ende kann alles Wissen der Welt im ersten Moment nicht dabei helfen, sich los zu strampeln. Aber irgendwann. Irgendwann ist man lange genug geblieben, hat genug gelitten - und steigt aus. Vielleicht braucht man zwei oder drei Versuche: Aber am Ende schafft man es. Wenn man nur will.

Das Glück muss man sich selbst zusammenschmieden. Wenn man jemanden an seiner Seite hat, der mit einem zusammen vor dem Feuer steht, dann umso glücklicher.

Und genau das habe ich. Heute werde ich nicht mehr schlecht behandelt, sondern gut. Heute bin ich mehr glücklich mit meiner Beziehung als traurig. Natürlich bin ich auch schon sehr sehr traurig gewesen, aber das hatte dann eher mit mir zu tun. Und ja, ich bin auch schon von ihm verletzt worden. Durch eine Unachtsamkeit seinerseits. Ich kämpfe heute noch damit herum, es ist immer in meinem Kopf, aber es ist nicht mehr so allumfassend und verschlingend, wie es zu dem Zeitpunkt war. Weil er mir Sicherheit gibt. Und weil ich gesehen habe, wie schrecklich Leid es ihm getan hat und wie bemüht er in der Folge daraufhin war. Er ist es so sehr Wert, dass man ihm vertraut... Und genau das will ich versuchen. 

9.12.13 20:59

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