Momentaufnahmen

 

Ich war nervös, als ich im Halbdunkel im Auto saß und wartete. Das lag an diesen Umständen, aber auch daran, was mich wohl erwartete... . "Ich habe mich extra zurück gehalten! Ja, weil ich das so wollte und auch wegen dir... ." Das ehrt dich. Ich hatte trotzdem, ja... Angst. Ich habe jetzt Tage damit zugebracht mich zu fragen, welches Gefühl das war (vielleicht habe ich auch nur versucht es nicht wahr haben zu wollen). Du wusstest es schon an dem Abend, als wir in deinem Zimmer waren. Nuschelnd sagtest du: "Jasmin, ich bin dein Freund. Und ich sehe, wenn du Angst hast. Wer wäre ich denn, wenn ich das nicht bemerken würde. Ich liebe dich aus ganzem Herzen."

Heute schäme ich mich, dass ich daraufhin los heulen oder dir eins auf die Nase geben wollte.

Jetzt fällt mir erst auf, dass du, wenn du so etwas noch zustande gebracht hast, gar nicht so betrunken hast sein können. Vielleicht nahm ich das alles durch meine persönliche Brille sehr viel schlimmer war, als es vielleicht den Tatsachen entsprach? Ich weiß es nicht. Ich weiß nur, dass dein vermeintliches Zurückhalten trotzdem nach hinten los ging. Am schlimmsten war dieses "irre" Lachen, das du auf der kurzen Fahrt zu dir drauf hattest. Der Impuls war da, die Tür aufzumachen und dich raus zu schubsen. Ebenfalls gab es den Impuls selbst auszusteigen. Nun, ich hab's nicht getan und bin später, auch wenn es erst sehr viel später war, friedlich in deinem Arm eingeschlafen. Das bedeutet, dass ich das alles wohl doch ganz gut auf die Reihe bekommen habe.

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Zum ersten mal in deinem Auto auf der Rückbank. Wie verliebte Teenager saßen und kuschelten wir die Zeit ab, die wir noch hatten bis wir wieder ins Kino rein mussten. Du schautest mich an, dein verträumter Blick. Tief und lang. Ich vergrub mein Gesicht in deinem Mantelkragen. Durch mein Haar flüsterst du, dass du mich liebst.

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Warme und flüssige Schokolade. Viel davon. Teile meines Kopfes verwandeln sich in ein Hamsterrad in dem sich der weltbeste und schnellste Hamster befindet, den es je gegeben hat. Es hat lange gedauert, bis ihm die Puste ausging.

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"Was hast du da? Du hast doch da irgendwas! Was hast du gemacht? Zeig." Überführt steckst du die Hand in die Manteltasche, hältst mir daraufhin einen Schoko-Weihnachtsmann vor die Nase. Schokolade soll ja beruhigen und ich hatte ja nicht so gute Tage und viel Stress und außerdem hab ich dann ja etwas von dir da. Verlegen grinsend stehst du da. Danke für diesen schönen Moment.

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Ich wollte sowieso gehen, weil mir nicht mehr viel Zeit blieb und ich noch einiges erledigen wollte. Weshalb ich dann aber letztlich abrupt ging, war die Tatsache meine Mutter mit ihrem Nacht-Atemgerät hantieren zu sehen, vor allem, als sie es auf dem Kopf hatte. ich konnte dieses Bild nicht länger ertragen.

18.12.13 13:43

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